http://nopasarannrw.blogsport.de Ein weiteres tolles WordPress Blog Wed, 27 Jan 2010 16:42:19 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Kommende Veranstaltungen http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/27/kommende-veranstaltungen/ http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/27/kommende-veranstaltungen/#comments Wed, 27 Jan 2010 16:23:01 +0000 Administrator Allgemein Termine News http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/27/kommende-veranstaltungen/ 5. Februar – Köln
Diskussions- und Infoveranstaltung:
„Von Köln nach Dresden und zurück – Wie können Neonazi-Aufmärsche erfolgreich verhindert werden?“
Gemeinsame Veranstaltung der DGB-Jugend Köln, AKKU (Antifaschistische Koordination Köln & Umland) und der Interventionistischen Linken Köln
koeln.antifa.net

28. Januar – Bielefeld
29. Januar – Wuppertal
04. Februar – Münster
04. Februar – Aachen

Bei den Veranstaltungen können Bustickets gekauft werden!
Die Wegbeschreibung zu den Veranstaltungen findet ihr unter Termine.

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Interview mit No Pasaran http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/27/interview-mit-no-pasaran/ http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/27/interview-mit-no-pasaran/#comments Wed, 27 Jan 2010 16:02:28 +0000 Administrator Allgemein Texte http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/27/interview-mit-no-pasaran/ Immer wieder Dresden…
Der Rechte Rand – Interview mit No Pasaran

Im Vorfeld des Naziaufmarschs am 13. Februar 2010 in Dresden sprach Mark Grey für DERRECHTERAND (DRR) mit Lena Roth vom Bündnis »No Pasarán!« (NP) über die geplante Gegenmobilisierung.

DRR: Bedeutet der 65. Jahrestag besondere Verantwortung für Euch, oder warum legt ihr Euch so ins Zeug? Die Nazis mobilisieren ja nun nicht erst seit gestern.

NP: Der Naziaufmarsch in Dresden ist in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gewachsen und hat mittlerweile eine neue Bedeutung erlangt. Im letzten Jahr waren schließlich 7.000 Nazis dabei, damit ist Dresden der größte Aufmarsch in Europa. Außerdem fällt in diesem Jahr der 13. Februar auf einen Sonnabend, also werden die »Hartgesottenen« aus dem Kameradschaftsspektrum in den Großaufmarsch einfließen. Im letzten Jahr hat es zwei antifaschistische Demonstrationen gegen die Nazis gegeben, beide jedoch fernab des Geschehens. Das soll in diesem Jahr anders werden, denn wir wollen den Nazis mit einer spektrenübergreifenden Blockadeaktion den Tag vermiesen.

DRR: Warum hat der Aufmarsch in Dresden so eine große Bedeutung im Kalender der Nazis?

NP: Politisch besitzt ein regelmäßiger Aufmarsch eine wichtige Dimension, denn an diesem Tag kommt die extreme Rechte, von Teilen der Vertriebenen und Burschenschaften über Freie Kameradschaften bis zur NPD nach Dresden, um ihr Zusammenhalt propagierendes Geschichtsbild zu zelebrieren: Deutschland wird darin zum eigentlichen Opfer des Krieges und der vermeintlichen alliierten Willkür durch Bombenkrieg, Vertreibung und Besatzung umgedeutet. Und dass Dresden der Ort ist, an dem sich dieses Spektakel abspielt, ist natürlich kein Zufall: Die Nazis knüpfen damit an einen weit verbreiteten Mythos an, wonach die Bombardierung Dresdens ein sinnloser Terrorakt der Alliierten gewesen sei. Damit versuchen die Nazis, eine Anschlussfähigkeit an einen geschichtspolitischen Diskurs herzustellen, in dem Deutsche auch als Opfer des Zweiten Weltkriegs erscheinen können.

DRR: Blockaden sind ja gerade ganz angesagt und auch erfolgreich, aber ist das nicht eher im Westen so, wo es eine starke Zivilgesellschaft gibt wie in Köln?

NP: Die Blockadeaktionen in Jena und Leipzig haben gezeigt, dass erfolgreiche und entschlossene Blockaden kein Westprivileg sind. Auch in Dresden hat es schon mehrfach kleinere, aber erfolgreiche Blockaden von Nazi aufmärschen gegeben. Um an die Erfolge in anderen Städten anzuknüpfen, hat sich nun auch in Dresden im Anschluss an die Aktionskonferenz von »No Pasarán« im November ein großes Blockadebündnis gegründet. Darin haben sich über 50 VertreterInnen sozialer Träger, lokaler Initiativen, von Parteien und aus der Gewerkschaftsjugend auf ein Blockadekonzept geeinigt. Soviel Power und Unterstützung sind hier wichtig, denn anders als z. B. in Jena, wo sich auch der OB an Sitzblockaden beteiligt hat, müssen wir uns in Dresden auch gegen eine extrem konservative Stadtverwaltung und Presselandschaft behaupten.

DRR: Letztes Jahr 7.000 Nazis, da müssen die Blockaden aber halten.

NP: Der Schlüssel zum politischen Erfolg wird in der Anzahl und Entschlossenheit der Blockierenden liegen. Denn durch die besondere Bedeutung des Aufmarsches für die Nazis ergibt sich auch eine besondere Verantwortung für alle linken und demokratischen Kräfte in diesem Land. Es wird uns erst dann gelingen, die Nazis zu stoppen, wenn der Aufmarsch nicht als Problem der DresdenerInnen oder der »Antifa« gesehen wird, sondern es sich ganz deutlich zeigt, dass er uns alle angeht: Friedensinitiativen, Umweltgruppen, Kirchenkreise, Soziale Bewegungen, Parteigliederungen, linke Gruppen und Gewerkschaften. Wenn sich ein derart breites Spektrum an den Blockaden beteiligt, steigt auch der politische Preis einer Räumung der Blockaden massiv – und darauf arbeiten wir hin!

DRR: Dann könnte zum Abschluss noch die Frage kommen wie man »No Pasaran« jetzt helfen kann.

NP: Naja, am 13. Februar nach Dresden kommen und sich aktiv beteiligen, das wäre super! Und im Vorfeld lokale Mobilisierungsveranstaltungen für die Aktion und Busfahrgelegenheiten organisieren, denn im letzten Jahr hat es leider an Transportmöglichkeiten nach Dresden gehapert. Auch gegen Geldspenden in kleinen Scheinen an unsere Kampagne haben wir keine Einwände. Sehr wichtig ist auch die Unterstützung des Blockadeaufrufes (dresden-nazifrei. de), um die Legitimität der Blockaden zu erhöhen.

DRR: Danke für das Gespräch und viel Erfolg.

Mehr Informationen und Kontakt: www.no-pasaran.mobi

Das Interview erscheint in der März-April Ausgabe 2010 des DER RECHTE RAND
www.der-rechte-rand.de

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Lesetipp: Die Wagenburg der Heulsusen http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/27/lesetipp-die-wagenburg-der-heulsusen/ http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/27/lesetipp-die-wagenburg-der-heulsusen/#comments Wed, 27 Jan 2010 15:53:11 +0000 Administrator Allgemein Texte http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/27/lesetipp-die-wagenburg-der-heulsusen/ Die Wagenburg der Heulsusen
Warum wir in Dresden nicht willkommen sind und trotzdem dort blockieren werden
Von Friedrich C. Burschel

Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten im sich selbst zum »Elb-Florenz« stilisierenden Dresden ist der Fürstenzug, ein großes und vor allem langes Mosaik in Schwarz, Weiß und Gold, das die Geschichte des sächsischen Herrschergeschlechts der Wettiner zeigt als zusammenhängenden Tross von Reitern und Fußvolk. Das Interessante an diesem aus edelsten Meißner Porzellanfliesen gefertigten Prunkbild ist die Richtung, in die sich das fürstliche Raum-Zeit-Kontinuum bewegt, nämlich rückwärts. Und vielleicht gibt es kaum etwas, das die Haltung derer besser beschriebe, die sich als die »wahren« DresdenerInnen verstehen und als solche lauthals zu Worte melden. Es ist ihre halsstarrige Rückwärtsgewandtheit, die sowohl Nazis motiviert, hier ein braunes europäisches Groß-Event zu inszenieren, als auch AntifaschistInnen und Protestierende schillernder Couleur nicht nur den Nazis entgegenzutreten, sondern sich auch von dieser absonderlichen Dresdener Selbstinszenierung abzugrenzen.
Wir, und damit meine ich Leute, die vor allem zur Ver- oder zumindest Behinderung des Nazi-Aufmarsches in die sächsische Metropole kommen, haben jetzt einige Jahre bei diesem Popanz
zugesehen und stets den Kürzeren gezogen, wenn das offizielle Dresden seine bizarren Gedenk-Zeremonien gegen eine »Invasion« von unerwünschten Nicht-Eingeweihten mit Knüppeln und Bütteln verteidigt hat. Das offizielle Dresden, das ist die politische Verwaltung der Stadt, fast alle Parteien und eine bürgerliche Mitte, die seit dem 13. Februar 1945 bei Wind und Wetter die Fahne eines exklusiven Gedenkens und einer zumindest fragwürdigen Geschichtsdeutung in den kalten Februarwind hängt. Über 60 Jahre wurde am Mythos einer (historisch definitiv widerlegten) Extra-Klasse-Bombardierung der falschen Stadt gestrickt. Es entstand eine Grundhaltung, mit der die Hüter des wahren, stillen Gedenkens den Nazis jedenfalls tendenziell näher sind als denjenigen, denen Nazis mindestens so zuwider sind wie die dreiste Geschichtsklitterung und selbstgefällige Missdeutungen des historischen und politischen Kontextes.
Was bisher geschah: Ein stockkonservativer Dresdener Konsens hatte in den zurückliegenden Jahren, da der Nazi-Event sich zu einem abscheulichen europäischen Großereignis auswuchs, stets ein exklusives Dresdener Opfergedenken postuliert und im Grunde zu verstehen gegeben, dass zwar der Nazi-Großaufmarsch nicht schön, viel schlimmer aber noch der Protest Tausender lauter AntifaschistInnen sei. Lieber ertrug man am Heidefriedhof den Umstand, dass die NPD-Delegation mit Kranz und Glorie kaum 30 Meter hinter Landesregierung und Stadtspitze zu ihrem heuchlerischen Defilee antrat, anstatt Protest nicht nur zu tolerieren, sondern zu ermuntern und zu unterstützen. Man ließ sich seine Dresdener Marotten von rabiaten Uniformierten beschützen. Selbst einem sehr dünnen und mit Promis aufgemotzten Mindestkonsens wie dem »Geh!Denken«-Bündnis mochte die CDU-dominierte Stadt nicht beitreten und ließ den Protest von Zehntausenden ins Leere laufen oder zusammenknüppeln. Die federführende Gewerkschaft sah sich bitter gescheitert und löste das Bündnis auf. Auf der »No Pasarán!«-Aktionskonferenz kündigte DGB-Chef Hron verschmitzt grinsend und in verklausulierten Worten an, man werde die Blockade-Aktionen wohl mit unterstützen, da es ja nun endlich auch um Verhinderung gehen solle.
Und jetzt das: Oberbürgermeisterin Helma Orozs hat getan, was jeder Stratege auch getan hätte. Sie hat im Handstreich den Anti-Nazi-Protest vereinnahmt und zum einzig wahren Protest und Gedenken eine Menschenkette erklärt, die stadtoffiziell so dargestellt wird: »Diese Menschenkette steht als symbolischer Wall um die Innenstadt und schützt diese vor dem Eindringen von Rechtsextremen.« In einem Interview mit der stets diensteifrigen »Sächsischen Zeitung« geht die Stadtmutter noch ins Detail: »Der 13. Februar ist für die Stadt zuerst ein Tag des Gedenkens. Und dieses Gedenken verträgt keinen lauten Protest.« Und weiter: »Es geht um das gemeinsame Einstehen für unsere Stadt. Es geht auf der einen Seite darum, sich an die schrecklichen Ereignisse vor 65 Jahren zu erinnern, zu mahnen, dass sich ein Krieg nicht wiederholen darf. Außerdem geht es darum zu zeigen, dass die Dresdnerinnen und Dresdner keine Nazis in ihrer Stadt haben wollen. Die Menschenkette stellt sich ganz bewusst gegen diesen Missbrauch.« Dieser Aktionsplan der Stadtregierung enthält alle Ingredienzien jener ausgrenzenden und narzisstischen Selbstinszenierung Dresdens, um deren Delegitimierung es dem Anti-Nazi-Protest zwingend auch gehen muss. Abgesehen von der Kriegsrhetorik des Walls, der das feindliche Eindringen stadtfremder Belagerer (»Nazis? Gibt’s bei uns nicht!«) verhindern soll und über die Menschenkette noch das Schlagwort vom menschlichen Schutzschild bedient, entsteht ein weiteres Bild: Das der ihrer Opferhaltung gemäß still heulenden DresdenerInnen, die sich in die Wagenburg ihrer aus Ruinen auferstandenen Innenstadt zurückziehen, um das gewinnträchtige, internationale touristische Highlight der Frauenkirche vor einem geschäftsschädigenden »Eindringen« zu schützen.
Lauten Protest, d. h. eine selbstbewusste, wenig gefühlsduselige bundesweit organisierte Protestdemonstration mit Blockade-Vorsatz weisen die DresdenerInnen in »ihrer Stadt« einmal mehr von sich. Man will auch nach 65 Jahren weiter still um die zehn Prozent verbliebener Bombenopfer trauern, die aufgrund geschichtswissenschaftlicher Expertise nach Dekaden der Lüge von den 250.000 Propaganda-Toten übrig geblieben sind, denen man bisher hinterher schniefte. Externe KrawallmacherInnen also unerwünscht, wenn Dresden in Selbstmitleid und Innerlichkeit versinkt. Auch der DGB sowie andere bisher und auf der Aktionskonferenz kämpferischer auftretende Organisationen reihen sich nun in eine politisch entleerte und symbolisch fragwürdige Menschenkette ein, wo es gegen jeden Krieg gehen soll, auch gegen den, der die Welt von den Deutschen befreite, die ja bis zum 8. Mai 1945 – also auch 12 Wochen nach »Dresdens Opfergang« – noch fast geschlossen am NS-Mordwerk festhielten. Andere »friedliche« Protest- und Gedenkformen werden von den huldvoll gestimmten DresdenerInnen
großmütig toleriert: »Die Stadt will dies von den Behörden begleitend unterstützen«, heißt es in Orosz’ Aufruf und diesen Satz können AntifaschistInnen nur als Warnung verstehen.

Ein Grund mehr für jede Antifaschistin und jeden Antifaschisten, am 13. Februar in Dresden zu sein und nicht nur gegen die Nazis zu protestieren und ihren gespenstischen Aufmarsch zu verhindern, sondern auch gegen die hartleibige Unbelehrbarkeit einer Stadt, die definitiv den Schuss nicht gehört hat. Dabei hat schon Brecht alles über die Städte gesagt, die sich heute in ihrer Opferrolle spreizen: »Das sind die Städte, wo wir einst / den Weltzerstörern unser Heil entgegenröhrten / und diese Städte sind auch nur ein Teil / von allen Städten, welche wir zerstörten.«

Der Artikel ist in der März-April Ausgabe 2010 des DER RECHTE RAND erschienen.
www.der-rechte-rand.de

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Dresden & Berlin: Polizeirazzien gegen Blockadebündnisse http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/20/dresden-berlin-polizeirazzien-gegen-blockadebuendnisse/ http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/20/dresden-berlin-polizeirazzien-gegen-blockadebuendnisse/#comments Wed, 20 Jan 2010 17:02:46 +0000 Administrator Allgemein News http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/20/dresden-berlin-polizeirazzien-gegen-blockadebuendnisse/ Dresden & Berlin: Polizeirazzien gegen Blockadebündnisse

Am 19. Januar 2010 fand in Berlin und Sachsen eine Durchsuchungswelle gegen linke und antifaschistische Einrichtungen statt, die die Proteste gegen den Naziaufmarsch am 13.02.2010 in Dresden unterstützen. Unter anderem wurde der Antifa-Laden „Red Stuff“ in Berlin-Kreuzberg und das Infobüro in der Landesgeschäftsstelle der LINKEN in Dresden durchsucht. In Berlin wurden sämtliche Mobilisierungsmaterialien beschlagnahmt, die zu den Protesten gegen den größten europäischen Naziaufmarsch aufrufen. Begründet wird dies im Durchsuchungsbeschluss damit, dass das Aufrufen zu zivilem Ungehorsam und Blockaden ein öffentlicher Aufruf zu Straftaten sei.

Während die Polizei sich in den in den letzten Jahren damit begnügte, den Nazis den Weg durch Dresden frei zuprügeln, geht sie nun zur Vorabkriminalisierung der NazigegnerInnen über.

Wir lassen uns von diesen Repressalien nicht einschüchtern, sondern werden unsere Mobilisierung noch weiter intensivieren.
Es war, ist und bleibt dabei – wo Nazis marschieren, werden wir blockieren!
Jetzt erst recht: am 13.2. auf nach Dresden – gegen Naziaufmarsch und Polizeischikane!

Mehr Informationen: no-pasaran.mobi

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Aufruf der NRW-Mobilisierung http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/12/aufruf-der-nrw-mobilisierung/ http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/12/aufruf-der-nrw-mobilisierung/#comments Tue, 12 Jan 2010 12:24:04 +0000 Administrator Texte http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/12/aufruf-der-nrw-mobilisierung/ Aufruf antifaschistischer Gruppen aus NRW
hier als PDF verfügbar

Jedes Jahr auf’s Neue ziehen Neonazis aus ganz Europa im Februar anlässlich des Jahrestags der Bombardierung Dresdens durch die Alliierten im 2. Weltkrieg durch die Elbstadt und bekunden offensiv ihre Sympathie mit dem NS-Regime. Unterstützt von FaschistInnen aus dem europäischen Ausland, handelt es sich um den mit Abstand größten und bedeutsamsten Aufmarsch der extremen Rechten in Europa. Im letzten Jahr kamen 7000 Nazis, die ihren Geschichtsrevisionismus und ihre Verherrlichung des Nationalsozialismus auf die Straße trugen. Für dieses Jahr ist mit einer erneuten Steigerung der TeilnehmerInnenzahlen zu rechnen, da der 65. Jahrestag der Bombardierung auf ein Wochenende fällt.

Dass sich die Neonazis in Sachsen besonders wohl fühlen ist kein Zufall. Auch dass der NPD hier erstmals in ihrer Geschichte der Wiedereinzug in einen Landtag gelang, liegt nicht nur an der festen Verankerung neonazistischer Strukturen in der Region. Auch das Verhalten von Polizei und Stadtoberen ist wesentlich für den Erfolg der Neonazis und die Etablierung des jährlich stattfindenden Nazigroßaufmarsches ausschlaggebend. So gingen die eingesetzten Polizeikräfte im letzten Jahr präventiv teilweise sehr gewalttätig gegen GegendemonstrantInnen vor, während gewaltbereite Neonazis ohne Polizei vermummt durch die Innenstadt ziehen konnten.

Auch in diesem Jahr werden wieder viele Neonazis aus ganz NRW anreisen. Seien es „Autonome“ NationalistInnen, NPDler oder Altnazis, wie der letztjährige Redner Hajo Hermann aus Düsseldorf, der als Angehöriger der „Erlebnisgeneration“ Vorträge vor jungen Neonazis hält. Neonazis sind kein ostdeutsches Problem, wie etwa der Angriff von Neonazis auf die 1.Mai Demonstration des DGB in Dortmund oder der Überfall von Nazis aus dem Ruhrgebiet auf einen Bus, der im letzten Jahr auf der Rückreise von den Protesten in Dresden war, zeigen.

Der Mythos um die Geschichte der Bombardierung Dresdens hält sich hartnäckig, auch wenn er im Laufe der Jahre verschiedene Wandlungen durchgemacht hat. Seine aktuelle Deutung dient jedoch dazu, die deutschen Verbrechen zu relativieren und ein deutsches Opferbild zu kreieren. In Büchern wie „Der Brand“ von Jörg Friedrich oder den Fernsehdokumentationen von Guido Knopp wird ein revisionistisches Geschichtsbild vom „Leid der Deutschen“ breitenwirksam inszeniert. Dabei wird die deutsche Schuld nicht etwa, wie bei den Nazis, geleugnet, sondern in eine gesamteuropäische Verantwortung integriert. Das europäische Jahrhundert von Gewalt, Krieg, Zerstörung und Vertreibung gelte es gemeinsam zu bewältigen. Folgerichtig findet sich ein Großteil der bürgerlichen Öffentlichkeit unter der Führung der CDU jedes Jahr zum stillen Gedenken ein, um an die „deutschen Opfer“ zu erinnern. Diese Geschichtspolitik dient aber zu nichts anderem, als die politisch-historischen Zusammenhänge zu verwischen und im Windschatten des geschichtspolitischen Normalisierungsprozesses wieder Kriege „wegen Auschwitz“ zu führen.

Wir aber wissen, dass der verbrecherische Krieg von Deutschland ausging und die Bombardierung Dresdens nur in diesem Kontext zu sehen ist. Deshalb heißt es auch für uns: Nie wieder Faschismus! – Nie wieder Krieg! Die Gleichsetzung von Tätern und Opfern bekämpfen!

Schon im letzten Jahr mobilisierten antifaschistische Gruppen und Initiativen aus NRW nach Dresden. Auch 2010 werden wir dem braunen Spuk nicht tatenlos zusehen, sondern dem Naziaufmarsch entschlossen entgegentreten. Wir werden aus NRW breit nach Dresden mobilisieren, um unseren Teil dazu beizutragen, den Naziaufmarsch zu blockieren.

Aufrufende Gruppen:

Antifa Bonn/Rhein-Sieg
Antifaschistischer Impuls Dortmund
Antifa KOK Düsseldorf & Neuss
Antifa Koordination Köln & Umland (AKKU)
Antifaschistische Aktion Leverkusen [AALEV]
Antifaschistische Linke Münster
Autonome Antifa Rheine

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Es geht weiter… Dresden 2010 http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/10/es-geht-weiter-dresden-2010/ http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/10/es-geht-weiter-dresden-2010/#comments Sun, 10 Jan 2010 13:51:57 +0000 Administrator Allgemein Texte http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/10/es-geht-weiter-dresden-2010/ Ein Text des Bündnisses „¡No pasarán!“

Ein Großaufmarsch wie alljährlich im Februar in Dresden stellt die Antifa vor besondere Anforderungen. Nachdem es noch vor wenigen Jahren fünf Großaufmärsche waren, die pro Jahr von Neonazis veranstaltet wurden, hat sich dies auf zwei Termine reduziert. Dresden ist einer davon.
Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass nur durch eine kontinuierliche antifaschistische Praxis die Öffentlichkeit, der Protest und eine Stimmung erzeugt werden kann, die solche Aufmärsche nachhaltig unterbindet. Die Erfahrungen aus dem Jahr 2009 in Dresden haben Probleme vor Augen geführt, die für die Arbeit bis 2010 in der antifaschistischen Arbeit besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Der Aufmarsch – keine Eintagsfliege
Die Zahlen der Teilnehmer des Trauermarsches im Jahr 2009, sprechen für sich: mit 7000 Alt- und Neonazis auf der Straße, hat Dresden eine herausragende Relevanz in der extremen Rechten. Seit Beginn der Aufmärsche stiegen die Zahlen und die Umfeldaktivitäten stetig.
Ein Faktor, der die Brisanz des 13. Februar-Marsches ausmacht, ist bereits thematisch in diesem Termin angelegt. Es ist der einzige Anlass im Terminkalender der extremen Rechten, an dem in solchen Ausmaß an Kontinuitätslinien zum Nationalsozialismus angeknüpft werden kann.
Aus strategischen Gründen trennten die JLO und NPD zu Gunsten des Großaufmarsches die Trauerinszenierung vom Datum des 13. Februar ab. Wegen dieser Loslösung vom eigentlichen Tag der Bombardierung Dresdens, fielen beim Großaufmarsch, entgegen dem inszenierten Trauerspektakel des „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ am 13.02., wo sich die Aufmarschteilnehmer schweigend und mit Fackeln ernsthaft betroffen gaben, nun auch die strengen Bekleidungsanordnungen in den Reihen der Rechten weg.
Dadurch konnte der Großaufmarsch am 14.02. nun jungen Neonazis, die sich gerne einen militanten Habitus zur Selbstinszenierung geben, als Schauplatz ihrer Straßenkampfidentität dienen. Es war ihnen möglich sich zu vermummen, Journalisten zu bedrohen und vermeintliche oder tatsächliche AntifaschistInnen anzugreifen.
Im Jahr 2010 jährt sich die Bombardierung Dresdens zum 65. Mal. Zudem fällt der Tag des 13. Februar auf ein Wochenende. Es ist also zu erwarten, dass die Zahl der Teilnehmenden des Jahres 2009 noch übertroffen werden.

Um Naziaufmärschen dieser Größenordnung wirksam entgegentreten zu können ist es notwendig, den antifaschistischen Protest nicht nur auf breite Füße zu stellen, sondern ihn auch nachhaltig zu verankern – das zumindest haben die antifaschistischen Proteste der letzten Jahre in Dresden gezeigt. Ein Protest, der sich allein auf militante Aktionsformen reduziert, verkennt den Umstand, dass dem Großaufgebot an Polizei und der hohen Anzahl an Neonazis mit rein taktischen Überlegungen nicht beizukommen ist. Auch ein unreflektierter Blick auf individuelle Trauer erschwert antifaschistische Intervention. Ein kritisch distanzierter Umgang muss gewährleistet sein, eine Gleichstellung aller Trauenden mit den aufmarschierenden Neonazis aber vermieden werden.

Um diese vielfältigen und schwierigen Aufgaben zu bewältigen, sind verschiedene Faktoren zu beachten.
Aus den Erfahrungen diesen Jahres lässt sich ein Fazit ziehen, wie die antifaschistische Praxis in Zukunft gestaltet werden muss, um effektiv den Aufmarsch zum Verschwinden zu bringen.

Der Brocken ist noch nicht geschluckt…

Das bundesweite Antifabündnis „No pasarán“ hat sich viel vorgenommen. Dass einflussreicher antifaschistischer Protest von den wenigen lokalen Akteuren, auch aufgrund interner Zerstrittenheit, nicht alleine organisiert werden konnte, haben die letzten Jahre gezeigt. Der Naziaufmarsch gewann in der extremen Rechten immer mehr an Bedeutung und professionalisierte sich, wohingegen der antifaschistische Protest weit hinter den Möglichkeiten zurückblieb. 2009 ist es erstmals gelungen, 4000 AntifaschistInnen auf die Straße zu bringen. Das war nicht nur die bisher größte antifaschistische Manifestation in Dresden. Wir wurden auch ein wahrnehmbarer Faktor bei der Organisierung der Gegenproteste. Eins ist bereits deutlich geworden: Antifaschistischer Protest in Dresden ist möglich. Natürlich ist für die nächsten Jahre noch mehr nötig, um den Nazis den Aufmarsch zu verunmöglichen. Die ersten Schritte sind gemacht. Das dieser Weg steinig werden würde, war mit Blick auf den städtischen Umgang mit dem Naziaufmarsch und der eigenen Inszenierung der Trauer, schnell offensichtlich. Um einen Schritt weiter zu kommen, wollen wir uns 2010 klar kommuniziert in die Offensive begeben, denn nur so können sich viele anschließen und mitmachen. Daher verfolgen wir ein zentrales Konzept: Wir wollen von vornherein offen für eine gemeinsame Blockade aller NazigegnerInnen eintreten.

Die Stadt Dresden… ein scharfe und kalte Brise
Dass sich in Dresden eine Stimmung erzeugen lassen würde, die es ermöglicht den Naziaufmarsch zu skandalisieren, scheint auf den ersten Blick fern ab jeder Realität. Wurde der Aufmarsch jahrelang nicht nur verschwiegen und verharmlost, schien die Stadt ebenfalls kein Problem damit zu haben, die Neonazis auf der alljährlichen offiziellen Gedenkfeier zu dulden. Darüber hinaus selbst keinen kritischen Umgang mit dem Trauerspektakel zu entwickeln und sich darauf zu beschränken einzig und allein die Vereinnahmung der Trauer durch die Nazis zu kritisieren, scheint die einzige Maßnahme der CDU-Bürgermeisterin zu sein. Hiermit steht sie exemplarisch für eine weit verbreitete Stimmung in der Stadt. Durch die Unfähigkeit des Großteils der DresdnerInnen, sich aus ihrer vermeintlichen Opferrolle zu befreien, machen sie es den Neonazis nicht nur leicht, ihre Trauerinszenierung als Normalität an diesem Datum zu verankern. Antifaschistischer Protest wird somit immer auch als Störfaktor betrachtet. Die Offiziellen des bürgerlichen Protestbündnisses gegen den Naziaufmarsch üben sich deshalb immer auch in Abgrenzung zu anderen Protestformen. Das führt dazu, dass die Stadt Dresden scheinbar mehr damit beschäftigt ist, den antifaschistischen Protest zu torpedieren. Ein massives Polizeiaufgebot, repressive Schikanen gegenüber vielen anreisenden AntifaschistInnen, die Demonstration durch einen polizeilichen Wanderkessel jeglicher Außenwirkung beraubt und dazu eine fast komplett abgesperrte Altstadt, die vielen den Zugang zu den antifaschistischen Protesten erschwerte bis verunmöglichte. Dem Naziaufmarsch hingegen wurde ein rechtsfreier Raum geschaffen, in dem sie ungestört von jeglichem Protest ihre nationalsozialistische Kontinuität zelebrieren konnten.
Mag das Ausmaß dieser Verblendung auch überrascht haben, ist die Auseinandersetzung um die Bombardierung Dresdens und die daran anschließenden Trauerfeiern schon seit Jahren von genau dieser geprägt. Deswegen ist diese Situation nicht unbedingt neu, erfordert aber einen entsprechenden Umgang. Es zeigt auch, dass Protest, trotz aller Schwierig- und manchmal Widersprüchlichkeiten, ein breites Spektrum abdecken muss. Nur so gelingt es einer antifaschistischen Linken als politischer Akteur wahrgenommen zu werden und sich dauerhaft in der Auseinandersetzung zu halten. Dazu müssen wir im nächsten Jahr unser Profil abermals schärfen und die politische und gesellschaftliche Relevanz dieses neonazistischen Spektakels nicht nur in der Antifa-Szene, sondern gerade auch bei den zivilgesellschaftlichen Akteuren vor Ort verankern.

Der antifaschistische Kampf beschränkt sich in Dresden somit nicht nur auf die Vorbereitung eines einmaligen Events. Es ist die vorrangige Aufgabe der Antifa, ein spektrenübergreifendes Engagement aufzubauen. Dieses Ziel gilt es bis 2010 voranzutreiben und wenn nötig darüber hinaus.

(Quelle)

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Video: no pasaran! http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/07/video-no-pasaran/ http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/07/video-no-pasaran/#comments Thu, 07 Jan 2010 19:11:58 +0000 Administrator Allgemein http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/07/video-no-pasaran/

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Auf nach Dresden! http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/07/auf-nach-dresden/ http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/07/auf-nach-dresden/#comments Thu, 07 Jan 2010 13:46:04 +0000 Administrator Allgemein http://nopasarannrw.blogsport.de/2010/01/07/auf-nach-dresden/ Jedes Jahr auf’s Neue ziehen Neonazis aus ganz Europa anlässlich des Jahrestags der Bombardierung Dresdens durch die Alliierten im 2. Weltkriegs durch die Elbstadt und bekunden offensiv ihre Sympathie mit dem NS-Regime. Unterstützt von FaschistInnen aus dem europäischen Ausland, handelt es sich um den mit Abstand größten und bedeutsamsten Aufmarsch der extremen Rechten in Europa. Im letzten Jahr kamen 7000 Nazis, die ihren Geschichtsrevisionismus und ihre Verherrlichung des Nationalsozialismus auf die Straße trugen. Für dieses Jahr ist mit einer erneuten Steigerung der TeilnehmerInnenzahlen zu rechnen, da der 65. Jahrestag der Bombardierung auf ein Wochenende fällt.

Auch in diesem Jahr wird es wieder eine große antifaschistische Mobilisierung geben, um dem Aufmarsch etwas entgegen zu setzen, u.a. sind Massenblockaden geplant. Auch aus NRW mobilisieren Antifa-Gruppen nach Dresden. Auf dieser Seite erfahrt in der nächsten Zeit alle wichtigen Infos zur Anreise: Neuigkeiten aus Dresden, Mobi-Veranstaltungen in NRW, Ticket-Verkaufsstellen und natürlich auch unseren Aufruf lesen.

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